Initiative sicherer Rechenerwerb (INSIR)

In der langjährigen Durchführung von Dyskalkulietherapien haben wir die Erfahrung gemacht, dass Schüler mit einer diagnostizierten, ausgeprägten Rechenstörung nach einer komplex angelegten und individuell justierten lerntherapeutischen Förderung, sehr gute Ergebnisse im Mathematikunterricht erreichen, verbunden mit der Herausbildung von Selbstwirksamkeitserwartungen, einer hohen Motivation für weitere Lernprozesse und Freude am Bewältigen von Lernanforderungen.  Die Live-Span-Entwicklungsverläufe sind danach nicht mehr aus dem Teilleistungsbereich heraus eingeschränkt und Berufswege mit relevantem Mathematikanteil bzw. Anteilen an Rechenanforderungen stehen offen. Familien, die die Erfahrung dieser Veränderung bei einem Kind gemacht haben, treten regelmäßig an uns mit dem Anliegen heran, auch für Geschwister, bei denen keine Rechenstörung vorliegt, ähnliche Entwicklungsschritte zu ermöglichen.

Es ist tatsächlich so, dass ein Schüler nach einer erfolgreichen Dyskalkulietherapie auf Lernerfahrungen und einen Wissensaufbau zugreifen kann, welche auf einem gestalteten Prozess beruhen, in dem alle benötigten Schritte in einer genau für diesen Schüler vorgenommenen individuellen Justierung vorbereitet, ermöglicht, durchlaufen, für nachhaltigen Behalt gesichert und für Verwendungsabruf kognitiv vernetzt wurden. Schulisch ist ein solcher Prozess, weder möglich noch vorgesehen. Schüler, die einen solchen aufwendig an sie angepassten Lernprozess benötigten, um sich erfolgreich entwickeln zu können, besetzen in der Schule die schlechteren Plätze oder versagen ganz. Sie gelten nicht selten als schwerfällige Lerner, die angemessener Weise eben nun mal schlechtere Noten haben.

Der Grad der individuellen Justierung in der Gestaltung eines Trainingsprozesses hängt davon ab, welcher Bedarf nach Tiefe, Umfang und Feindifferenzierung einer solchen Justierung besteht. In einer Trainingsgestaltung mit hohem Aufwand beim Aufbau der individuellen Anpassung des Vorgehens, ist es nicht ungewöhnlich, dass eine einstündige Trainingssitzung mehrstündige Vorbereitungen benötigt.  Aber der Aufwand lohnt sich, wenn Schüler, die als leistungsschwach in Mathematik eingestuft und für sich selbst sowie andere in dieser Einstufung fest verankert sind, zu einer autonomen Kompetenz im Fach geführt werden können und dabei in ihrer Persönlichkeitsentwicklung die Erfahrung machen, dass ein unlösbar scheinendes und bedrückendes Entwicklungsproblem bewältigt werden kann.

INSIR ist die Initiative, Trainingsverfahren, die zur Anwendung in der integrativen Lerntherapie für einen sicheren Aufbau von Rechenfertigkeiten von uns entwickelt wurden und sich als sehr wirksam erwiesen haben, für alle Schüler einzusetzen, die im Mathematikunterricht nicht erfolgreich sind. Um wirklich viele Kinder zu erreichen, wäre ein Einsatz an Schulen notwendig. Für ein evaluiertes Modellprojekt, suchen wir nach einer Partnerschule.

Wir arbeiten auch an eine Einbindung der Trainingsverfahren in digitale Angebotsformen, welche eine feinstufige individuelle Justierung über maschinelles Lernen vornehmen können und deren Verfügbarkeit dann auch einen breiten schulischen Einsatz als Instrument für Lehrer ermöglichen würde.

Sie können die Initiative für sicheren Rechenerwerb unterstützen.